Die Fotogalerie von Bernd Schmidt über preisgekrönte Wettbewerbsbilder
Hobby Fotografie

 

 

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Praxistest - Fotodrucker Epson R1800 bis A3+

 

Pro: gutes Preis- Leistungsverhältnis, brillante Hochglanzfotos
Kontra: riesiges Gehäuse?

Nach dem mein Epson Stylus Photo 750 nach vielen Jahren seinen Geist aufgegeben hat und keine Fotoqualität mehr hinbekommt, hab ich mich für seinen aktuellen (01/2006) großen Bruder den R1800 entschieden.

Warum ausgerechnet den Epson R1800? Zum einen war ich mit dem Stylus Photo 750 jahrlang sehr zufrieden. Die Qualität von ausgedruckten Fotos war damals eine der besten für einen Tintenstrahldrucker in der Hobbyklasse. Mit der Original Tinte und Photopapier in Hochglanz waren brillante Fotoausdrucke möglich. Am meisten beeindruckt hat mich aber immer die hohe Haltbarkeit der Farben! Nicht umsonst ist die Tinte und das passende Fotopapier teuer. Da die Tinte mit hochwertigen, meist teureren Pigmenten ausgestattet ist, erzielt man eine sehr hohe Farbechtheit, die sich sehr lange hält. Inzwischen gibt es Tintenstrahldrucker der Oberklasse die eine längere Farbechtheit garantieren als bei klassischen Fotos (über 90 Jahre wird garantiert)! Dies ist zwar für den Hausgebrauch nicht notwendig, aber für Archivzwecke in Kunstmuseen eine Notwendigkeit.

Am 27.01.2006 erhielt ich den Drucker endlich per Post. Erstaunlicherweise stellte ich im Internet fest, das er bei Amazon sehr günstig angeboten wurde. Dies war zwar mit einer Lieferzeit von 10 Tagen verbunden. Aber einen A3 Drucker hat leider auch kaum noch ein Elektro- oder Fotohändler am Lager.
Beim Anblick des doch sehr voluminösen Paketes kamen mir die ersten Zweifel, ob das ganze nicht doch für meine Räumlichkeiten etwas überdimensioniert ist? Auch die 13,7 KG Eigengewicht sind kein Leichtgewicht mehr. Beim auspacken mußte ich feststellen, da für 10 cm mehr Druckbreite der Drucker überproportional doppelt so lang wird! Logischerweise braucht man allerdings auch für einen verwacklungsfreien sauberen Druck auch einen festeren Stand. Und mehr Masse und Volumen bedeuten wohl auch mehr Standfestigkeit und bessere Druckqualität.

 

Überraschenderweise führt die Kurzbeschreibung über wenige Bildanleitungen sehr schnell zur Installation und Montage des Druckers am heimischen PC! Auf der beigefügten CD befinden sich zahlreiche Programme welche das Drucken in vielen Varianten managen (Internetseite, RAW-Dateien, Fotodruck....). Mit dem Epson Darkroom-Print gelang mir auf Anhieb und sehr leicht der erste erfolgreiche Fotodruck! Wichtig war mir die Möglichkeit auch brauchbare Schwarzweißfotos drucken zu können. Dies gelang bei dem ersten Foto überraschend gut! Endlich ein Schwarz das auch Schwarz ist! Und vor allem keinen Farbstich wie bei meinem alten Drucker!

Da ich den Drucker noch ganz frisch habe, werde ich diese Seite noch mit weiteren Erfahrungswerten ergänzen. Sozusagen ist dies also erst mal ein erster Eindruck, welcher noch in Form von weiteren Inhalt fortgesetzt wird.

02.04.2006
Inzwischen habe ich einige Möglichkeiten des Druckers verfeinert. Bei Farbfotos gibt es kaum Schwierigkeiten. Wobei in den letzten Wochen mein Augenmerk auf die Optimierung von Schwarzweißfotos lag. Da ich dies als gelegentliche Möglichkeit nutze, kommt es mir nicht unbedingt auf eine 100%-ige Fineart-Qualität an. Wobei ich auch gegen solch eine Qualität nichts hätte. Dies geht aber definitiv nicht mit dem Epson R1800! Da er auch Schwarzweißfotos aus verschiedenen Farben zusammenmischt und chromhaltige Tinte hat, kann es je nach Lichtquelle und Papier zu leichten Farbstichen kommen! Wer also Fineart-Prints auf jeden Fall wünscht, sollte sich lieber für den Epson R2100 entscheiden. Dieser mischt aus 3 Schwarz- und Grautönen ein fein abgestuftes und farbneutrale Schwarzweißfoto (allerdings ist dieser Drucker hauptsächlich für den Druck von matten und halbmatten Papieren ausgelegt! - Den Hochglanz vom R1800 bekommt der R2100 mangels Hochglanzverstärker nicht hin)!
Aber wer gelegentlich ein Schwarzweißbild ausdrucken will, dem wird in den meisten die Qualität vom R1800 ausreichen.
Sehr wichtig ist dabei der gesamt digitale Workflow! Man sollte alle Geräte (Kamera, RAW-Konverter, Bildbearbeitungssoftware und Drucker) möglichst auf das Farbprofil Adobe (1998) einstellen, damit man auch den maximalen Farbraum und Tonwertumfang nutzen kann. Der Monitor sollte kalibriert worden sein. Wenn dies geschehen ist steht einem guten monochromen Ausdruck nichts mehr im Weg. Welches Papier verwendet wird ist dann eher eine Frage des persönlichen Geschmacks. Ich verwende auch bei Schwarzweiß am liebsten das Premium Glossy Photo Papier welches durch seinen Hochglanz auch sehr schöne tiefe Schwarztöne hinbekommt. Wer noch von klassischen Vergrößerungen die matten Oberflächen von Agfa gewohnt ist, der findet meist Gefallen am Archival Matte Paper oder Premium Semigloss Photo Papier. Aber auch von Hahnemühle gibt es hier einige interessante hochwertigen Papiersorten. Dabei ist zu beachten das für ein optimales Ergebnis immer auch die Papiersorte in den Druckereinstellungen geändert werden sollte. Bei Papieren von Fremdherstellern, wird von diesen meist auf ihrer Homepage ein optimiertes Farbprofil zum kostenlosen Download angeboten. Dies sollte man unbedingt für perfekte Prints nutzen.

 

Fazit:
Ein zwar großer und schwerer Drucker, welcher aber sehr leicht zu installieren ist. Auch die Handhabung ist sehr bedienerfreundlich. Die Qualität der ausgedruckten Fotos auf Premium Glossy Paper sind nicht von einem echten chemischen Foto unterscheidbar und sehr brillant.
Die durchschnittlichen Kosten für einen Fotoausdruck liegen zwar höher als bei einem Foto (aus dem Fotolabor) im Angebot (20x30 für 99 Cent). Dafür hat man aber auch wesentlich mehr Einflußmöglichkeiten um das Ergebnis individueller zu steuern. Für engagierte Fotografen aber auch für den Profi welcher gelegentlich einen schnellen Print benötigt, ein empfehlenswerter, leicht zu bedienender Drucker!
Wer qualitativ hochwertige Hochglanzfotos mag, wird von diesem Drucker begeistert sein.

Wer hauptsächlich Schwarzweiß-Prints mit matten oder halbmatten Oberflächen drucken möchte sollte sich auf jeden Fall für den teureren Epson R2100 entscheiden.

Inzwischen gibt es ein Nachfolgemodell R1900 von Epson.

Nikon D70 - Leica M7 - Nikon MF 3,5/20 mm - Nikkor 2,5/35 mm E - Micro-Nikkor 2,8/55 mm - Nikkor AFD 2,8/180 mm -  Nikkor AF-S 3,5-4,5G/18-70 mm - Nikon Balgengerät PB4 - KonicaMinolta Dimage Z2 - Monostat RS 16 B Einbeinstativ - Manfrotto Dreibeinstativ 344BR - Nikon Coolscan IV ED - Epson R1800

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