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Hobby Fotografie

 

 

+ für extreme Makroaufnahmen +


Praxistest - Nikon - Balgengerät PB4

 

Pro: sehr gute mechanische Verarbeitung, robust.
Kontra: kein Autofocus, umständliches Arbeiten mit Digitalkameras

Nikon Balgengerät PB4

Fans präziser Feinmechanik dürften von diesem Balgengerät begeistert sein! Neben der vorderen, kann auch über die hintere Standarte zwischen 43 bis 185 mm focusiert werden. So sind je nach Brennweite extreme Makrofotografien möglich. Der eingebaute Einstellschlitten erleichtert die Einstellung des exakten Bildausschnittes. Ohne müßte das gesamte Stativ zum Motivabstand verstellt werden, was in der Praxis ungenau und nervig ist. Wie bei einer Großformatkamera kann die vordere Standarte horizontal und vertikal um 10 mm verstellt werden! Vertikal sind sogar bis zu 25 mm möglich! Was dabei sinnvoll ist, ist allerdings auch vom Bildfeldkreis des verwendeten Objektives abhängig. Mit diesen Einstellmöglichkeiten, kann man stürzende Linien ausgleichen. Den Schärfenebene perspektivisch anpassen!
Die Verarbeitung ist sehr robust mit sehr exaktem Feintrieb an den bewegliche Stellen. Damit sich nichts verstellt, kann man Einstellungen feststellen.
Für den Einsatz von statischen oder ruhigen Motiven ein hervorragendes Makrozubehör. Der Balgen wird seit längerer Zeit nicht mehr hergestellt, ist also nur noch gebraucht zu bekommen. Meiner Meinung nach aber wesentlich besser und präziser verarbeitet als der heutige PB6.

 

Da auch ich inzwischen mit einer digitalen Spiegelreflex fotografiere habe ich mich inzwischen von diesem Balgengerät nicht ohne Wehmut getrennt :((
Da die modernen Kameras über den elektrischen Weg Informationen von Objektiven und Zubehörteilen benötigen, gestaltet sich ohne diese Möglichkeit das fotografieren relativ umständlich. Ich weiß, früher war dies normal, aber was nützt mir eine moderne D70, wenn ich mir mit einem feinmechanischen Wunderwerk für ein Motiv 5-15 Minuten rumfummeln muß, bis alle Einstellungen korrekt sind?
Bei einigen Kameras mit großem Motor (z.b. Nikon F5, F100) kann die Kamera nicht montiert werden, da der Wulst vom Motor auf den Wulst am Balgengerät anstößt. Abhilfe brachte mir da immer ein Zwischenring (z.b. PK 13), welcher den Abstand zwischen Kamera und Balgengerät noch einmal verlängert. Da man sowieso Makroaufnahmen machen möchte, bringt dies in den wenigsten Fällen Nachteile.

Für Fotos mit gleichen bzw. wiederkehrenden Einstellbedingungen (Reproduktionen, Studioaufnahmen) kann man das Balgengerät auch für die moderne Kameratechnik uneingeschränkt empfehlen!

Fazit:
Eines, wenn nicht gar das beste Balgengerät, welches Nikon in seiner Firmengeschichte hergestellt hat! Beim Gebrauchtkauf sollte man unbedingt auf den Zustand des Balgens achten. Bei besonders stark benutzten Geräten kann dieser so stark abgenutzt sein, das er an den Knickstellen nicht mehr Lichtdicht ist.

aufgenommen mit Nikon PB4   Wie man sieht kann man auch lebendige Motive mit einem Balgengerät und Stativ in freier Natur fotografieren! Dies gelang aber nur fünf Uhr morgens, kurz vor Sonnenaufgang im Sommer, als die Libelle sich noch in der Kältestarre befand!

 

Nikon D70 - Leica M7 - Nikon MF 3,5/20 mm - Nikkor 2,5/35 mm E - Micro-Nikkor 2,8/55 mm - Nikkor AFD 2,8/180 mm -  Nikkor AF-S 3,5-4,5G/18-70 mm - Nikon Balgengerät PB4 - KonicaMinolta Dimage Z2 - Monostat RS 16 B Einbeinstativ - Manfrotto Dreibeinstativ 344BR - Nikon Coolscan IV ED - Epson R1800

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